HowTo: WinRar? WinZip? WinWas? – Liebling ich habe die Dateien geschrumpft

Ich möchte hiernicht nur Sachen erklären die hochkompliziert sind. Ich denke es ist auch wichtig Sachen zu erklären, die mittlerweile irgendwie zum Computer-Grundwissen gehören.
Wahrscheinlich wird jeder nach 1980 geborene über dieses Grundwissen schon verfügen.
Die Generation meiner Eltern aber zum Beispiel nicht.
Und ich finde das ist nichts für das man sich schämen muss.

Als unter 30-jähriger ist man mit dieser Technologie groß geworden. Man ist mit ihr zusammen aufgewachsen. Man hatte viel mehr Möglichkeiten und Zeit sich damit auseinander zu setzen und den Umgang damit zu erlernen.
Die ü30-Generation hatte es in der Hinsicht nicht immer ganz so leicht.
Deswegen, möchte ich mit diesen „Basic“-Blog-Artikeln ein wenig Wissen zurückgeben.
Zurückgeben? Wieso Zurückgeben?

Deswegen, weil meine Eltern mir auch ganz viele Basics beigebracht haben. Zum Beispiel wie ein Löffel funktioniert. Oder wie man über die Straße geht ohne von einem LKW überfahren zu werden. Oder dass man Knete nicht essen sollte auch wenn sie fürchterlich lecker aussieht.
All das (und noch viel mehr)sind Sachen ohne die ich heute wahrscheinlich nicht dort im Leben wäre wo ich heute bin.
Deswegen finde ich sollte man auch nicht mit den Augen kullern, wenn man irgendjemanden zum fünften Mal erklären soll wie man eine E-Mail versendet. Immerhin wussten wir(Nerdyis) auch nicht direkt nach dem ersten Mal wie man perfekt den Löffel schwingt.
Ich kann mir vorstellen, dass es als Elternteil auch manchmal recht nervig war, wenn man zum fünften Mal die Küche neu tapezieren musste, weil der Sohnemann schon wieder die Kartoffelsuppe per Löffel überall hin verteilt hat nur nicht in seinen Mund. Und das obwohl man ihm schon vier Mal gezeigt hat wie das mit dem Löffel geht.

Aber nun zum eigentlichen Thema:
Wenn man ein bisschen länger durch das Internet stolpert stößt man mit der Zeit zwangsläufig auf Begriffe wie „Zip-Dateien“, „Zip-Archiv“, „Rar-Archiv“ oder „Rar-Dateien“.
Dahinter verbirgt sich im Prinzip nichts kompliziertes. .zip- und .rar-Dateien sind Dateien die jeder mit den Programmen „WinRar“ und „WinZip“ erstellen kann. Es gibt noch viele weitere Programme die diese Dateien verarbeiten und erzeugen können aber diese beiden sind die ursprünglichen Programme.
Die Funktion lässt sich wie vieles im Leben am einfachsten an einem Beispiel erklären:

Nehmen wir an ihr wollt einem Freund eine E-Mail inklusive 20 Fotos eures letzten Sommerurlaubs schicken. Dabei werdet ihr wahrscheinlich auf zwei „Probleme“ stoßen. Erstens darf diese E-Mail nicht zu viel Speicherplatz verbrauchen und Zweitens ist das einzelne hochladen(Hochladen? Was das ist könnt ihr hier lesen: Downloads/Uploads – Wie die Dateien aus dem Internet kommen und auch wieder dahin verschwinden) von 20 Fotos ein wenig lästig.
Hier kommen nun die Vorteile von WinZip oder WinRar zu Tage. Mithilfe dieser Programme lassen sich diese 20 Bilder in einer Datei zusammenfassen (Deswegen nennt man die Dateien auch zip- oder rar-Archive) und der benötigte Speicherplatz dieser 20 Fotos  wird auch noch kleiner(das ist eigentlich die Hauptfunktion). Die 20 Fotos werden mithilfe von WinZip oder WinRar also zusammengefasst und komprimiert. Im Prinzip kann man auch sagen ihr habt die Fotos in ein Paket gepackt und könnt nun das ganze Paket verschicken anstatt 20 einzelne Fotos.
Die so „verpackten“ Dateien lassen sich also in einem Rutsch zu eurer E-Mail hinzufügen und verbrauchen in der E-Mail dann auch weniger Platz.
Der einzige „Nachteil“: Euer Freund der die E-Mail erhält benötigt nun auch WinZip bzw. WinRar.
Er muss die erhaltene Datei nämlich wieder entpacken um so an die darin enthaltenen Fotos zu kommen.

Bevor wir also mit zip- oder rar-Archiven arbeiten können müssen wir uns das entsprechende Programm herunterladen. Dabei empfehle ich WinRar zu verwenden, weil es sowohl zip-Dateien als auch rar-Dateien untersützt.


WinRar Herunterladen

Um WinRar herunterzuladen besuchen wir den Link der Hersteller-Seite: https://www.winrar.de/download.php
Falls ihr mit Downloads noch nicht so vertraut seid empfehle ich euch diesen Blog-Artikel: Downloads/Uploads – Wie die Dateien aus dem Internet kommen und auch wieder dahin verschwinden
Dort werden viele Grundlagen noch Mal ausführlich erklärt.


WinRar installieren

Nachdem ihr das Installationspaket für WinRar heruntergeladen habt muss dies natürlich auch noch installiert werden.
Falls ihr mit der Installation eines Programms noch nicht so vertraut seid empfehle ich euch diesen Blog-Artikel: Programme installieren
Dort werden viele Grundlagen noch Mal ausführlich erklärt.


Dateien „verpacken“

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind geht es nun darum unsere ersten Dateien zu verpacken. Damit wir etwas zum Verpacken haben brauchen wir natürlich auch erst Mal etwas das man verpacken kann. Dazu habe ich mir einen Ordner erstellt und darin 20 Fotos eingefügt.

Ihr wisst noch nicht genau wie man Ordner erstellt und darin Dateien einfügt? Dann empfehle ich euch diesen  Blog-Artikel:
Dort werden viele Grundlagen noch Mal ausführlich erklärt.

Die Fotos fungieren in diesem Fall nur als Beispiel. Ihr könnt jede Art von Datei in einem zip.- oder rar.-Archiv verpacken.

Bei mir sieht dieser Ordner mit den 20 Fotos so aus.
Damit wir nun einen vorher-/nachher-Vergleich machen können schauen wir uns vor dem verpacken einmal an wieviel Speicherplatz diese 20 Fotos verbrauchen. Dazu wechseln wir auf die nächst höhere Ordnerebene und klicken mit der rechten Maustaste auf unseren Foto-Ordner und dann auf „Eigenschaften“.

Ihr wisst noch nicht genau was mit „Ordnerebene“ gemeint ist? Dann empfehle ich euch diesen  Blog-Artikel:
Dort werden viele Grundlagen noch Mal ausführlich erklärt.

Nachdem wir das Fenster geöffnet haben, dass uns die Eigenschaften des Foto-Ordners anzeigt können wir neben ein paar anderen Details auch die „Größe“ also den vom Foto-Ordner genutzten Speicherplatz ablesen. In diesem Fall sind es 169 MB. Diesen Wert merken wir uns, denn wir wollen diesen mit der Größe des nachher erzeugten rar-Archives vergleichen.
Um nun aus dem Foto-Ordner ein rar-Archiv zu machen schließen wir zuerst das Eigenschaften-Fenster. Danach klicken wir noch Mal mit der rechten Maustaste auf den Foto-Ordner und klicken dann auf „Zum Archiv hinzufügen“.
In dem sich nun öffnenden Fenster lässt sich alles einstellen, das wir für die Erstellung eines rar- oder zip-Archives brauchen. Im Bereich „Archivname“ lässt sich zum Beispiel der Name des Archives einstellen. Unter „Archivformat“ lässt sich einstellen ob man ein Zip- oder Rar-Archiv erstellen möchte. Rar-Archive haben eine etwas kleinere Kompressionsrate (Sie verbrauchen also weniger Speicherplatz), deswegen empfehle ich für diesen Zweck ein Rar-Archiv zu nutzen. Der Vorteil von Zip-Dateien ist dagegen, dass diese etwas „robuster“ sind. Sollte zum Beispiel mal ein Teil einer zip-Datei beschädigt werden kann bei dieser oft noch ein Teil wiederhergestellt werden. Rar-Dateien sind dagegen unlesbar sobald nur ein kleiner Teil der Datei beschädigt wurde. Neben dem Archivnamen und Archivtyp lässt sich hier auch ein Passwort einstellen, sodass es nur mit diesem Passwort möglich ist die entstehende rar-Datei zu entpackten. Wie das mit dem Passwortschutz geht erkläre ich etwas weiter unten in diesem Artikel.
Um die Dateien nur zusammenzufassen und zu komprimieren braucht man für einfache Archive aber erstmal keine Einstellungen zu verändern. Um nun die Rar-Datei zu erstellen klickt ihr einfach auf „OK“.
Daraufhin öffnet sich ein kleines Dialogfenster, dass uns den komprimierungs-Vorgang einzeigt. Dort kann man ablesen welche Datei gerade verarbeitet wird, wie weit der Vorgang schon fortgeschritten ist und wie lange er voraussichtlich noch dauern wird.
Nach Abschluss des komprimierungs-Vorgangs wurde eine neue Datei namens Fotos.rar erstellt. Diese ist euer eben erstelltes Rar-Archiv. Um nun eure verpackten Urlaubs-Fotos verschicken zu wollen müsst ihr lediglich diese einzelne Rar-Datei verschicken.(Wie man E-Mails mit Anhang verschickt habe ich in diesem Artikel etwas ausführlicher erklärt: E-Mails mit Anhang über Web.de versenden)
Wenn ihr nun die Eigenschaften der Datei „Fotos.rar“ aufruft könnt ihr sehen, dass der benötigte Speicherplatz gegenüber dem unkomprimierten Zustand um 1MB von 169MB auf 168MB gesunken ist. Das ist zwar in diesem Fall nicht viel variiert aber auch je nachdem was für Dateien ihr verpackt.

Ihr wisst nun also wie man rar-Archive erstellt.


Archive entpacken

Aber wer nun weiß wie man Dateien in Rar-Dateien verpackt muss natürlich auch wissen wie er seine Dateien aus diesen wieder herausbekommt.
Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich erkläre hier wieder, die meiner Meinung  nach leichteste bzw. schnellste Möglickeit.

Um euer Rar-Archiv nun wieder zu entpacken klickt ihr wieder mit der rechten Maustaste auf die Datei und dann auf „Entpacken nach Fotos\“. „…Fotos\“ steht hierbei für den Namen eures Archiv und bewirkt, dass alle Dateien in eurem Archiv in einen Unterordner mit dem Namen „Fotos“(also eurem Archivnamen) entpackt werden.
Daraufhin öffnet sich wieder ein Fenster wie bereits zuvor beim komprimierungs-Vorgang. Hier lässt sich erkennen, welche Datei gerade entpackt wird und wie weit das Entpacken dieser Datei fortgeschritten ist. Ebenfalls wird angezeigt wie weit der Entpackungs-Vorgang des gesamten Archivs fortgeschritten ist. Unter „Verbleibende Zeit“ lässt sich ablesen wie lange das entpacken voraussichtlich noch dauern wird.
Sobald der Entpackungs-Vorgang abgeschlossen ist schließt sich das Dialogfenster automatisch und man kann erkennen, dass nun ein Ordner namens „Fotos“ erstellt wurde.
…in dem sich nun auch alle zuvor verpackten Fotos befinden.

Ihr wisst nun also wie man Dateien komprimiert bzw. verpackt und auch wieder entpackt.
In den nächsten optionalen Schritten zeige ich euch wie man ein Archiv mit einem Passwort schützen kann und wie man ein selbst-extrahierendes Archiv erstellt. Ein selbst-extrahierendes Archiv hat den Vorteil, dass auf dem Computer auf dem ihr das Rar-Archiv entpacken wollt kein WinRar installiert sein muss.


Ein Archiv mit einem Passwort schützen

Um ein Archiv mit einem Passwort zu schützen müsst ihr als erstes im Dialogfenster in dem ihr auch die Archivparamter(also Archivname, Archivtyp, etc.) einstellt auf „Passwort festlegen…“ klicken.
Daraufhin öffnet sich ein weiteres Dialogfenster in dem ihr euer Passwort eingeben könnt. Ihr habt dabei zwei Möglichkeiten. Entweder setzt ihr keinen Haken bei „Passwort anzeigen“ und müsst deswegen euer Passwort zwei Mal(bei „Passwort eingeben“ und „Passwort erneut eingeben“) eingeben oder ihr setzt den Haken und müsst das Passwort nur einmal eingeben

Dahinter versteckt sich eine Vorsichtsmaßnahme. Denn wenn ihr euch bei verdeckter Eingabe(die von euch eingegeben Zeichen des Passworts werden im Textfeld nicht angezeigt) vertippt, könnte es passieren, dass ihr ein Archiv mit einem euch unbekanntem Passwort verseht und euch so selber von eurem Archiv ausschließt. Deswegen müsst ihr bei verdeckter Eingabe(der Haken bei „Passwort anzeigen“ ist also nicht gesetzt) das Passwort zwei Mal eingeben. WinRar prüft dann ob in beiden Textfeldern zwei Mal das gleiche Passwort eingegeben wurde und fährt auch nur dann fort.

Den Haken „Dateinamen verschlüsseln“ empfehle ich ebenfalls zu setzen. Er bewirkt, dass auch die in dem Archiv enthaltenen Dateien erst angezeigt werden nachdem man das Passwort angegeben hat.

Nachdem ihr euer Passwort eingegeben habt klickt ihr auf „OK“.
Daraufhin kommt ihr zum vorherigen Dialogfenster zurück. Wenn ihr dieses ebenfalls mit „OK“ bestätigt startet der komprimierungs-Vorgang genauso wie oben bereits beschrieben.

Um ein passwortgeschütztes Archiv zu entpacken werdet ihr vor dem entpackungs-Vorgang nach dem Passwort zu diesem Rar-Archiv gefragt. Nachdem ihr dies eingegeben habt läuft der entpackungs-Vorgang genauso ab wie er auch ohne Passwortschutz abläuft.


Ein selbstentpackendes-Archiv erstellen

Um ein selbstentpackendes-Archiv zu erstellen müsst ihr im Dialogfenster in dem ihr auch die Archivparamter(also Archivname, Archivtyp, etc.) einstellt lediglich einen Haken bei „Selbstentpackendes Archiv erstellen“ setzen. Mit einem Klick auf „OK“ startet ihr auch hier wieder den komprimierungs-Vorgang.
Daraufhin wird keine „Fotos.rar“-Datei sondern eine „Fotos.exe“-Datei erstellt. Die Dateiendung zeigt nun, dass eine ausführbare(=executable) Datei erstellt wurde. Aus eurem Archiv wurde also ein mini-WinRar+Archivdateien, sodass ihr euer Archiv überall entpacken könnt. Und dies unabhängig davon ob auf diesem Computer WinRar installiert ist oder nicht. Dafür wird der benötigte Speicherplatz dieser Datei aber auch etwas größer.

Ihr wisst nun was rar- und zip-Archive sind, wie man sie erstellt, wieder entpackt und auch wie man sie mit einem Passwort versieht oder als selbstentpackendes-Archiv erstellt.

Ich hoffe bei euch hat alles wie beschrieben funktioniert. Falls nicht oder ihr Fragen oder Anregungen habt lasst es mich in den Kommentaren bitte wissen. Ich trage dies dann ggf. in den Artikel nach.
Auch Ideen für neue Projekte sind immer gerne willkommen. 🙂

Fab

P.S. Viele dieser Projekte - besonders die Hardwareprojekte - kosten viel Zeit und Geld. Natürlich mache ich das weil ich Spaß daran habe, aber wenn Du es cool findest, dass ich die Infos dazu mit Euch teile, würde ich mich über eine kleine Spende an die Kaffeekasse freuen. 🙂

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