HowTo: RaspberryPi – Die erste Konfiguration

Nachdem im Artikel RaspberryPi – Einrichten für Nerdiys! beschrieben wurde wie ein RaspberryPi in Betrieb genommen wird, wird hier erklärt welche ersten Einstellungen noch vorzunehmen sind bevor es so richtig losgehen kann.

Der RasperryPi ist nämlich standardmäßig auf Englisch und auch auf ein nicht-deutsches Tastatur-Layout eingestellt. Dies führt zum Beispiel dazu, dass die Tasten „Y“ und „Z“ vertauscht sind.
Wie ihr das behebt und weitere wichtige Einstellungen vornehmt ist in diesem Artikel erklärt.


Sicherheitshinweise

Ich weiß die folgenden Hinweise sind immer irgendwie lästig und wirken unnötig. Aber leider haben schon viele Menschen die es "besser" wussten aus Leichtsinnigkeit Augen, Finger oder anderes verloren bzw. sich verletzt. Im Vergleich dazu ist ein Datenverlust fast nicht der Rede Wert, aber auch diese können echt ärgerlich sein. Deswegen nehmt Euch bitte fünf Minuten Zeit um die Sicherheitshinweise zu lesen. Denn auch das coolste Projekt ist keine Verletzung oder anderen Ärger wert.
https://www.nerdiy.de/sicherheitshinweise/


Voraussetzungen

Hilfreiche Artikel:
Bevor mit der Installation der ersten Einrichtung des RaspberryPi begonnen werden kann solltet ihr diesen soweit vorbereitet haben, dass ihr den RaspberryPi über Maus, Tastatur und Bildschirm steuern könnt. Der folgende Artikel beschreibt was zu tun ist um den RaspberryPi soweit vorzubereiten:
RaspberryPi – Einrichten für Nerdiys!

Benötigtes Werkzeug:
-keins-

Benötigtes Material:

In der folgenden Liste findet Ihr alle Teile die Ihr zur Umsetzung dieses Artikels benötigt.


Konfigurationsmenü öffnen

Startet dann den RaspberryPi indem ihr das Netzteil anschließt und wartet bis ihr folgendes Bild auf dem Bildschirm seht.

Dies ist der Standard-Desktop von Raspian. Um nun in das Einstellungsmenü zu kommen klickt Ihr oben Links auf die rote Himbeere,  dann auf „Preferences“ und dann auf „Raspberry Pi Configuration“.


Dies ist das RaspberryPi Einstellungs-Menü. Um nun alle Punkte abzuarbeiten arbeiten wir uns von Links nach Rechts durch die Menü-Reiter und starten im Reiter „System“ und klicken dort auf „Change Password“.


Passwort einstellen

Im Bereich „Change Password“ könnt ihr das Passwort für den aktuellen Benutzer „pi“ einstellen. Beim lokalen Arbeiten, also mit angeschlossenem Bildschirm und Tastatur+Maus braucht ihr es noch nicht.
Da wir den RasPi aber später über das Netzwerk steuern sollten wir hier das Standardpasswort ändern und ein eigenes festlegen. Dies ist besonders wichtig, da gerade nicht geänderte Standardpasswörter eine gern genutzte Sicherheitslücke für Hacker und Co. sind.

Um das Passwort nun zu ändern müsst ihr zwei Mal das gleiche Passwort eingeben. Dabei ist darauf zu achten, dass ihr aktuell noch das englische Tastaturlayout einer QWERTY-Tastatur nutzt. Das bedeutet diverse Sonderzeichen und die Buchstaben „Z“ und „Y“ sind vertauscht. Falls euch das stört könnt ihr das Passwort auch später, nachdem das Tastaturlayout korrekt eingestellt wurde, umstellen.
Ansonsten klickt Ihr auf „OK“ und euer neues Passwort wird übernommen.


Die restlichen Einstellungen im Reiter System

Unter „Hostname“ könnt ihr den Namen eures RasPi einstellen. Unter diesem Namen lässt sich der RasPi dann zum Beispiel im Netzwerk finden. Wenn ihr den RasPi zum Beispiel als Datei-Server nutzen wollt könntet ihr ihn hier „Server“ oder „NAS“(für Network Attached Storage) nennen.
Die restlichen Einstellungen im Menü-Reiter „System“ können so wie auf dem Bild bleiben. Für die meisten Fälle müsst ihr sie nicht umstellen.


Interfaces

Bevor wird auf „OK“ klicken wechseln wir zum Reiter „Interfaces“.

Dort kann ausgewählt werden welche RaspberryPi-Typische Funktionen aktiviert werden sollen.
Bei solchen Auswahlmöglichkeiten sollte man immer so viel wie nötig und gleichzeitig so wenig wie möglich aktivieren. Also nicht pauschal alles aktivieren, sondern wirklich nur die Funktionen die wir für den konkreten Anwendungsfall des RasPi benötigen.
Im Aktuellen Fall ist das erst Mal nur der SSH- und VNC-Service.
Der SSH-Service ermöglicht es uns später per SSH-Tunnel auf den RasPi zuzugreifen.
Der VNC-Service ermöglicht es uns den Desktop virtuell auf einen anderen PC umzuleiten und so auch den RasPi von einem anderen PC aus zu steuern.
Stellt beides auf „Enabled“ und wechselt dann zum Reiter „Performance“.


Performance

Im Reiter „Performance“ lässt sich lediglich die „GPU-Memory“ einstellen.
„GPU“ steht dabei für „Graphics Processing Unit“ also die Grafikkarte des RaspberryPi.
Diese teilt sich den Arbeitsspeicher mit der CPU (Central Processing Unit=Hauptprozessor) eures RasPi.
Solltet ihr nun einen Anwendungsfall haben bei dem ihr verstärkt eure Grafikkarte nutzt bzw. diese mehr Speicher benötigt, kann hier etwas mehr Speicher der CPU „weggenommen“ und der GPU zugewiesen werden.
Falls ihr keinen Anwendungsfall habt in dem ihr mehr Grafikkarten-Speicher braucht würde ich diesen Wert auf 64 stehen lassen.


Localisation

Im Bereich „Localisation“ lassen sich nun diverse Einstellungen zum Standort bzw. Sprachraum einstellen.
Als erstes klicken wir dazu auf „Set Locale“ um die Systemsprache, Land und den Zeichensatz einzustellen.


Localisation: Set Locale

Hier lässt sich nun bei „Language“ die Systemsprache einstellen.
Diese sollte auf de (Austrian Germany) eingestellt werden. Ich weiß nicht ob es beim „Austrian Germany“ einen Unterschied zum „deutschen Deutsch“ gibt. Bisher ist mir aber weder einer aufgefallen noch habe ich eine andere Auswahlmöglichkeit für die deutsche Sprache gefunden.
Unter „Country“ sollte das Land auf „DE (Germany)“ gestellt werden.
Der „Character Set“(=Zeichensatz) sollte auf den „UTF-8“ Standard gestellt werden.
Dann sind wir mit den „Locale“-Einstellungen soweit fertig und können das Fenster mit einem klick auf „OK“ schließen.


Localisation: Set Timezone

Um nun die korrekte Zeitzone der Systemuhr einzustellen müsst ihr auf „Set Timezone“ klicken.
Dort stellt ihr bei Location die Zeitzone auf „GMT+1“ was der Zeitzone von Deutschland entspricht und schließt das Fenster indem ihr auf „OK“ klickt.


Localisation: Set Keyboard

Nun geht es um das bereits zuvor angesprochene Tastaturlayout. Im Prinzip wird dadurch eingestellt hinter welchem Tastendruck auf der Tastatur welcher Buchstabe steckt. Dies ist von Land zu Land unterschiedlich. Da aber die meisten deutschen Tastaturen ein deutsches Tastaturlayout haben stellen wir das nun auch so ein.
Klickt dazu auf „Set Keyboard“. Daraufhin öffnet sich ein Fenster in dem ihr im Linken Bereich „Country“ zuerst das Land auf „Germany“ und dann im rechten Bereich „Variant“ die Variante auf „German“ stellen müsst.
Klickt dann auf „OK“ um die Einstellungen zu speichern und das Fenster zu schließen.


Localisation: Set WiFi Country

Die letzte Einstellungen die noch zu machen ist, ist die Einstellung des „WiFi Country“.
Diese Einstellung ist auch rechtlich relevant, da dadurch dem Funkteil der verbauten WLan-Karte gesagt wird in welchem Land die WLan-Karte betrieben wird. Dies ist deswegen wichtig, weil in den jeweiligen Länder unterschiedliche Funkfrequenzen genutzt werden dürfen. Um hier Störungen mit Geräten oder den Gesetzen des  deutschen Staates zu vermeiden sollte man dies auch auf das korrekte Land einstellen.
Dazu klicken wir auf „Set WiFi Country“ und stellen dann im Bereich „Country“ den Wert „DE Germany“ ein. Dies bestätigen wir mit „OK“ um die Einstellung zu speichern und das Fenster zu schließen.


Einstellungen speichern und neu starten

Nun wurden alle Einstellungen vorgenommen. Damit das System diese nun auch übernehmen kann muss der RasPi einmal neu gestartet werden. Klickt dazu bitte auf „OK“ und in dem daraufhin aufpoppenden Dialogfenster auf „Yes“.
Der RasPi startet daraufhin neu und ihr solltet euch nach ein paar wenigen Minuten wieder auf dem Desktop des RasPi wiederfinden.


Wlan-Verbindung konfigurieren

Um den RasPi nun noch über das Netzwerk erreichbar zu machen muss dieser natürlich noch ans Netzwerk angeschlossen werden. Dies geht einerseits per Kabel oder wesentlich komfortabler(aber auch ein wenig langsamer) über den WLAN-Zugang.
Ab dem RaspberryPi 3 ist vom Werk aus eine WLan-Karte verbaut.

Um sich nun mit einem WLan zu verbinden muss in der oberen rechten Ecke auf das Symbol mit den beiden roten Kreuzen geklickt werden. Daraufhin wird eine Liste mit allen verfügbaren Funknetzwerken sichtbar. Wählt in dieser Liste euer Netzwerk aus, gebt euer Passwort ein und bestätigt dies mit einem Klick auf „OK“. Der RasPi sollte sich daraufhin mit eurem Wlan Verbinden.
Ob der RaspberryPi mit einem WLan verbunden ist könnt ihr daran erkennen, dass sich das Symbol mit den zwei Kreuzen verändert hat. Es ist nun zu einem typischen Wlan-Symbol geworden, dass auch anzeigt wie stark die Signalstärke ist. Da der RasPi über eine kleine auf der Platine mit verbaute Antenne verfügt ist seine Empfangsstärke nicht immer die beste. Falls sie mal nicht ausreicht könnte es tatsächlich helfen einen WLan-Dongle über den USB Anschluss zu betreiben.

Damit ist die erste Grundkonfiguration nun erst Mal abgeschlossen.

Falls ihr nun wissen wollt wie ihr per SSH oder VNC den RasPi über das Netzwerk steuert gibt es hier noch zwei Artikel dazu:
RaspberryPi – Den RaspberryPi über SSH steuern
RaspberryPi – Den RaspberryPi über VNC steuern


Ich hoffe bei euch hat alles wie beschrieben funktioniert. Falls nicht oder ihr Fragen oder Anregungen habt lasst es mich in den Kommentaren bitte wissen. Ich trage dies dann ggf. in den Artikel nach.
Auch Ideen für neue Projekte sind immer gerne willkommen. 🙂

Fab

P.S. Viele dieser Projekte - besonders die Hardwareprojekte - kosten viel Zeit und Geld. Natürlich mache ich das weil ich Spaß daran habe, aber wenn Du es cool findest, dass ich die Infos dazu mit Euch teile, würde ich mich über eine kleine Spende an die Kaffeekasse freuen. 🙂

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