HowTo: Tasmota – Firmware mit TuyaConvert flashen

Das Flashen von Geräten mit dem ESP8266 ist im Artikel ESP8266 – mit dem „Esptool“ .bin-Dateien unter Windows flashen bereits beschrieben. Viele fertige SmartHome Geräte wie zum Beispiel verschiedene Steckdosen bieten aber noch eine etwas bequemere Möglichkeit, wie Ihr ganz ohne Lötkolben eine alternative Firmware (zum Beispiel Tasmota flashen) könnt.

Dazu benötigt Ihr lediglich einen RaspberryPi und ggf. eine zweite SD-karte (wenn Ihr die aktuelle Installation auf dem RaspberryPi nicht verändern wollt). Außerdem muss die Steckdose (oder das jeweilige Gerät) mit der Tuya-Firmware geliefert werden. Die Tuya-Firmware ist auf fast allen günstigen SmartHome Steckdosen aus Asien installiert. Diese Firmware enthält einen Bug, welcher es ermöglicht bequem über WLAN eine alternative Firmware aufzuspielen.

Alles was Ihr dazu wissen müsst, ist im folgenden Artikel beschrieben. 🙂


Sicherheitshinweise

Ich weiß die folgenden Hinweise sind immer irgendwie lästig und wirken unnötig. Aber leider haben schon viele Menschen die es "besser" wussten aus Leichtsinnigkeit Augen, Finger oder anderes verloren bzw. sich verletzt. Im Vergleich dazu ist ein Datenverlust fast nicht der Rede Wert, aber auch diese können echt ärgerlich sein. Deswegen nehmt Euch bitte fünf Minuten Zeit um die Sicherheitshinweise zu lesen. Denn auch das coolste Projekt ist keine Verletzung oder anderen Ärger wert.
https://www.nerdiy.de/sicherheitshinweise/


Voraussetzungen

Hilfreiche Artikel:

Hilfreiche Artikel:
Bevor ihr mit diesem Artikel startet solltet ihr den RaspberryPi soweit vorbereitet haben, dass dieser über das Netzwerk erreichbar und per SSH Steuerbar ist.

Die folgenden drei Artikel beschreiben was zu tun ist um den RaspberryPi soweit vorzubereiten:
RaspberryPi – Einrichten für Nerdiys!
RaspberryPi – Die Erste Konfiguration!
RaspberryPi – Den RaspberryPi über SSH steuern

Benötigtes Werkzeug:
– keins

Benötigtes Material:


Die notwendige Software auf dem RaspberryPi installieren

Damit Ihr Tuya-convert nutzen könnt müsst Ihr natürlich die notwendige Software konfigurieren. Diese könnt Ihr aus einem Git-Repository herunterladen. Befolgt dazu einfach die folgenden Schritte.

Git installieren

Auf den meisten Systemen ist Git schon installiert. Falls nicht, könnt Ihr es mit folgendem Befehl installieren.

sudo apt-get install git

Mehr Informationen über Git findet Ihr im Artikel GitHub – Wie kopiere ich Dateien aus einem Git-Repository auf meinen Computer.

Während der Installation, werdet Ihr wahrscheinlich noch gefragt, ob Ihr mit der Installation einverstanden seid. Bestätigt dies mit Y und Enter.

Nun könnt Ihr mithilfe des soeben installierten Pakets die eigentlichen Dateien des Tuya-convert-Skripts herunterladen. Gebt dazu den folgenden Befehl ein.

git clone https://github.com/ct-Open-Source/tuya-convert

Der Download dauert ein paar Sekunden.

Nachdem Ihr die Dateien heruntergeladen habt, könnt Ihr nun mit folgendem Befehl in den Ordner von Tuya-convert wechseln.

cd tuya-convert

In diesem Ordner sind nun alle notwendigen Dateien enthalten.

Benötigte Pakete installieren

Weiter geht es mit der Installation der benötigten Pakete.

Bevor es aber losgehen kann müsst Ihr noch ein Konfigurationsskript ausführen. Dadurch werden notwendige Pakete installiert und konfiguriert. Gebt dazu den folgenden Befehl ein.

./install_prereq.sh

Das Skript läuft dann größtenteils…

…automatisch ab.

Sobald es fertig ist, erscheint die Meldung

„Ready to start upgrade“


Flashvorgang starten

Nach den ganzen Vorbereitungen kann es nun losgehen mit dem eigentlichen Flashvorgang. Dazu kommt Tuya-convert mit einem sehr praktischen Skript. Dies leitet Euch durch alle wichtigen Punkte und der Flashvorgang ist damit wirklich sehr einfach.

Ich empfehle Euch dringend, dass Ihr Euren RaspberryPi mithilfe eines Netzwerkkabels an Euer Netzwerk anbindet und Euch auch über die IP-Adresse des Kabel-Netzwerkadapters mit dem RaspberryPi verbindet. Während des Flashvorgangs wird die WLAN-Schnittstelle des RaspberryPis genutzt um eine Verbindung zum zu Flashenden Gerät aufzubauen. Dabei würde Eure Verbindung zum RaspberryPi (über WLAN) unterbrochen werden.

Wie Ihr die IP eines Geräts im Netzwerk herausfindet, ist im Artikel IP-Adresse der Geräte im Netzwerk anzeigen/herausfinden beschrieben.

Um letztlich den Flashvorgang zu starten, müsst Ihr das Flashskript mit folgendem Befehl starten.

./start_flash.sh

Als erstes werdet Ihr dann auf die damit verbundenen Risiken hingewiesen. Lest diese Hinweise durch und bestätigt sie, wenn Ihr damit einverstanden seid.

Danach werden ein paar laufende Services geprüft und ggf. beendet. Dies müsst Ihr auch jeweils mit einem „Y“ und „Enter“ bestätigen.

Auf meinem RaspberryPi wurde so zum Beispiel auch mein laufender MQTT-Server beendet.

So nun wird es langsam ernst. Nach einem Tastendruck auf „Enter“ würde der Flashvorgang starten. Zunächst solltet Ihr Euer Tuya-Gerät jedoch in den Flashmodus bringen. Ein Beispiel dafür seht Ihr im folgenden Video.

Im Programmiermodus blinkt die LED des zu flashenden-Tuya-Geräts (hier die Steckdose Gosund SP111) wie dargestellt.

Nun könnt Ihr mit „Enter“ den Flashvorgang starten.

Daraufhin startet das Skript die Konfiguration und den Flashvorgang.

Dies kann eine Weile…

…dauern.

Dabei werden Euch zwischendurch immer wieder Statusmeldungen ausgegeben. Wirklich wichtig wird es aber erst…

…wieder bei der Nachfrage, welche Alternative Firmware Ihr auf die Steckdosen flashen wollt. Dabei habt Ihr die Wahl zwischen ESPurna oder Tasmota. Gebt also die Nummer für die gewünschte Firmware ein.

Bestätigt die Sicherheitsabfrage nun nochmal mit „Y“ und „Enter“…

…und wartet bis der Flashvorgang abgeschlossen ist.

Ist der Flashvorgang abgeschlossen, könnt Ihr das Skript verlassen oder eine weitere Steckdose flashen.


Wichtige Konfigurationen für eine „Tuya-Steckdose“

Im folgenden ein paar wichtige Infos zur korrekten Konfiguration der beliebten Steckdosen „Gosund Sp111“ oder „Blitzwolf SHP6“.

Nachdem Ihr die WLAN Zugangsdaten zu Eurem soeben geflashten Tasmota-Gerät konfiguriert habt, müsst Ihr nun die Konfigurationsseite der Steckdose aufrufen und dort auf „Configuration“ klicken.

Dazu benötigt Ihr die IP-Adresse des Tasmota-Geräts in Eurem Netzwerk. Wie Ihr diese herausfinden könnt ist im Artikel IP-Adresse der Geräte im Netzwerk anzeigen/herausfinden beschrieben.

Klickt dann auf auf „Configure Other“

Und tragt im Textfeld „Template“ die folgende Template-Konfiguration ein:

{"NAME":"SP111 v1.1","GPIO":[56,0,158,0,132,134,0,0,131,17,0,21,0],"FLAG":0,"BASE":45}

Denkt auch daran, dass Häkchen bei „Activate“ zu setzen.

An dieser Stelle könnt Ihr natürlich auch ein „Web Admin Password“ oder den Namen des Geräts einstellen.

Habt Ihr alles eingetragen, klickt Ihr auf Save.

Wenn Ihr ein „Web Admin Password“ gesetzt habt werdet Ihr nun um die Eingabe des eingestellten Passworts gebeten.

Nach einer kurzen Wartezeit, werdet Ihr dann wieder auf…

…den Startbildschirm umgeleitet.

Hier könnt Ihr bereits die ersten Messdaten sehen und auch die Steckdose ein- und ausschalten.

Scrollt nun noch etwas tiefer und wechselt zur „Console“.

Dort solltet Ihr nun noch ein paar Einstellungen vornehmen.

Für die erste Einstellung tragt Ihr folgendes in die Eingabezeile ein und bestätigt es mit „Enter“

VoltageSet 235

Damit wird die Steckdose auf die Europäische Netzspannung eingestellt.

Eine weitere nützliche Einstellung ist die folgende. Sie aktiviert, dass die Energiemessung auch bei ausgeschalteter Steckdose stattfindet. So erhaltet Ihr auch in diesem Fall Meldungen über den aktuellen Verbrauch.

SetOption21 1

Zu guter Letzt macht es noch Sinn die Zeitdauer zwischen den Messwerten zu verringern. Die kleinste mögliche Einstellung ist 10 Sekunden. Diese könnt Ihr mit dem folgenden Befehl einstellen.

TelePeriod 10


Ich hoffe bei euch hat alles wie beschrieben funktioniert. Falls nicht oder ihr Fragen oder Anregungen habt lasst es mich in den Kommentaren bitte wissen. Ich trage dies dann ggf. in den Artikel nach.
Auch Ideen für neue Projekte sind immer gerne willkommen. 🙂

Fab

P.S. Viele dieser Projekte - besonders die Hardwareprojekte - kosten viel Zeit und Geld. Natürlich mache ich das weil ich Spaß daran habe, aber wenn Du es cool findest, dass ich die Infos dazu mit Euch teile, würde ich mich über eine kleine Spende an die Kaffeekasse freuen. 🙂

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